Künstlerin oder Künstler sein

Wie kann ich Künstlerin oder Künstler werden?
Wie kann ich Künstlerin oder Künstler sein?

Seit Jahren – ach, Jahrzehnten! – beschäftigte mich immer wieder die Frage, wann denn wohl jemand Künstlerin oder Künstler ist. Nun habe ich mich zu einer Antwort durchgerungen. Aus gegebenem Anlass, nämlich der Entwicklung dieser Online-Schreibschule DIALOGIK.

In einem Zwischenschritt kam ich zu der einfachen Aussage:

„Eine Künstlerin oder ein Künstler ist ein Mensch, der anderen Menschen etwas geben kann.“

Künstlerin oder Künstler? – Die weitere Suche

Mit dieser einfachen Aussage war ich nun erst einmal ganz zufrieden. Doch gleich stellte sich mir die Frage: Was bitte, soll sie oder er denn anderen Menschen geben sollen. Und die Antwort schien mir klar zu sein: Es muss etwas Gutes sein. Denn das Schlechte, das ohnehin niemand haben will, weil es zu Schaden führt, wollte ich doch niemals der Kunst zurechnen.

Nun sollte ja jeder Mensch unserer Gesellschaft anderen etwas Gutes tun, doch wieder wollte ich auch nicht alle Gewerke der Kunst oder den Künsten zurechnen. Eher sollte es entweder eine Freude oder eine Erkenntnis, eine Erhellung, eine Erleuchtung sein. Also etwas auf dem Gebiet der Seele oder des Geistes.

Und so kam ich nun zu der Definition:

„Eine Künstlerin oder ein Künstler ist ein Mensch, der anderen Menschen Gutes tut. Etwas Gutes auf dem Gebiet der Seele oder des Geistes.“

Ganz bewusst schreibe ich dabei auch: „… der anderen Menschen Gutes tut“! Ich schreibe nicht: „… der anderen Menschen Gutes tun kann“.

Künstlerin oder Künstler? – Das Können allein genügt nicht!

Mich zu dieser Aussage durchzuringen, war mir das Allerschwerste. Denn bislang hatte ich, als introvertierter Mensch, doch gerne auch alle, die im Geheimen etwas Gutes und Schönes erschaffen konnte, ohne dass dieses jemals an die Öffentlichkeit gelangt wäre, als Künstler bezeichnet.

Doch nun scheint mir: Das reine Können allein genügt nicht. Das künstlerische Schaffen, das im Geheimen verborgen bleibt, verfehlt seinen ganzen Sinn und Zweck. Dreist gesagt: Alle Kreativität und Kunst, die im Geheimen verharrt, selbst wenn sie uns selbst glücklich macht, taugt gar nichts.

Das Gute muss ans Licht der Welt!

Das Gute im Verborgenen ist ja ganz nett und niedlich. Doch im öffentlichen Raum, im Licht der Welt, wird das Gute und Schöne großartig und herrlich. Und allen Menschen, die es aufnehmen können, wird es beglückend, bereichernd und sogar heilsam. Außerdem lockt uns das Vorbild aus unserer eigenen Verborgenheit.

So lautet das Fazit:

„Künstlerin oder Künstler kann nur sein, wer zum einen vermag, Gutes und Schönes zu erschaffen. Und zum anderen auch vermag, ihren oder seinen Werken dazu zu verhelfen, öffentlich zu werden. Damit ihre und seine Kunst anderen Menschen in ihrem Leben dienlich, fruchtbar, hilfreich, heilsam sein kann.“

Denn das ist es doch, was wir uns bewusst oder unbewusst vom Guten und Schönen erhoffen. Dies dürfen wir als werdende oder schon seiende Schriftstellerinnen und Schriftsteller gerne immerzu beherzigen.

Und kein Gesetz der Welt gestattet uns, unser Licht unter den Scheffel zu stellen. Denn wir, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Philosophinnen und Philosophen, sind das Salz der Erde.

(So! Das musste jetzt mal ganz dringend gesagt werden!)

Lebe nicht im Konjunktiv!
Schreibe Dich frei!

Michael


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