Schreiben! – Nur für Verrückte?

Schreiben? – Nur für Verrückte!

Nur für Verrückte! – Du bist also verrückt genug, Schriftstellerin oder Schriftsteller werden und sein zu wollen? – Dann sieh nur genau hin, was Dir dabei begegnet: Du betrittst mit Deinem Vorhaben und Deinem Tun eine der höchsten menschlichen Kulturstufen! Eine der wertvollsten menschlichen Künste! Eine Kunst und Kultur höchst entwickelten menschlichen Geistes!

Schreiben ist schließlich viel mehr als Kritzeln! Schreiben besteht mindestens aus den wundervollen Vorgängen oder Arbeiten

  • der Entwicklung einer Idee oder Weltsicht
  • Der Gliederung und Umformung dieser Idee oder Weltsicht in eine rationale Form und Fassung
  • der Niederschrift dieser Idee oder Weltsicht auf eine Art und Weise, zu der Du „JA!“ sagen kannst

Wir müssen Respekt haben vor dieser Kunst und Kultur, vor dieser hohen Ebene menschlichen Geistes. Wenn wir Schriftstellerin oder Schriftsteller sein wollen, müssen wir sogar unbedingt allerhöchsten Respekt haben vor dieser hohen Stufe des Geistes. Sonst können wir seine Gaben, seine reichen Geschenke, nicht in uns aufnehmen. Und das impliziert: Wir müssen auch Respekt haben vor uns selbst!

Bei all dem ist es natürlich sehr hilfreich, einen erfahrenen Mentor zur Seite zu haben. Und wenn ich Dein Mentor sein darf, so würde mich das sehr freuen!

Nur für Verrückte? – Es tut Not, verrückt zu sein!


„Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben,
um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ –

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra
Zarathustra’s Vorrede (5)


Es ist vielleicht notwendig, verrückt zu sein, um Ideen zu gebären. Ideen, die wir dann prüfen können. Denn ohne „verrückte“ Ideen haben wir nichts! Ohne verrückte Ideen wären wir nur leer. Im besten Fall. Oder angefüllt mit ideenlosen, unzusammenhängenden Gedankenschnipseln.

Nur für Verrückte? – Wir brauchen ein gewisses Maß an Chaos!

So sehr wir in unserem Leben bemüht sein mögen, das Verrückte das Chaos zu bändigen, was schließlich auch die vorrangige Aufgabe der Philosophie sein sollte – ebenso sehr brauchen wir das ungebändigte Chaos.

Ohne das Chaos hätten wir überhaupt kein geistiges Leben. Wir brauchen das Chaos notwendig als Lieferant brillanter (und auch weniger brillanter) Ideen, die uns dann erblühen lassen können. Wir brauchen das Chaos als Lieferant wertvoller Ideen, aus denen sich dann wertvolle Erkenntnisse entwickeln lassen können.

Das Chaos, das Ideen gebären kann, ist ein notwendiger Aspekt unserer seelischen oder geistigen Gesundheit. Ohne Ideen verkümmern wir. Ohne Ideen werden wir krank. Und laufen stets Gefahr, in eine Depression abzugleiten.

Nur für Verrückte? – Keine Wissenschaft ohne Chaos

Auch wissenschaftlicher Fortschritt ist ein Metier „Nur für Verrückte!“. Denn es gibt keine wissenschaftliche Erkenntnis, die nicht aus einer verrückten Idee geboren wäre. Deshalb vermuten wir ja auch ganz zu Recht, dass „Genie und Wahnsinn“ ganz nahe beieinander liegen. Und einander lieben. Weil ohne das Eine das Andere nicht sein kann.

Nur für Verrückte? – Das Chaos und das Glück des Schreibens

Vielleicht hast Du ja auch schon die Erfahrung gemacht: Es ist ein riesiges Glücksgefühl, die Gedanken ungezügelt und frei fliegen zu lassen. Und dabei zu schreiben und ungebändigt immer weiter zu schreiben. Bis zur Erschöpfung.

So sehr uns das Chaos auch quälen und krank machen kann – das Chaos hat durchaus auch seine gefährlichen, lebensbedrohliche Seiten – so sehr ist das Chaos auch die Quelle für überschäumendes Glück!

Schreiben? Nur für Verrückte? – Ja, nur für Verrückte!

Als Schriftstellerin oder Schriftsteller müssen wir uns mit dem geistigen Chaos und dem Verrückt sein anfreunden. Weil ohne das Verrückt-Sein gar nichts geht. Denn Schreiben ist eine Aufgabe: „Nur für Verrückte!“ Zumindest nur für ein bisschen Verrückte. Mindestens ein wenig Chaos gehört zum Schreiben einfach dazu.

Hast Du gerade eine gute Idee, dann denk daran: „Nur für Verrückte!“
Erinnere Dich:

„Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben,
um einen tanzenden Stern gebären zu können.“


Lebe nicht im Konjunktiv!
Schreibe Dich frei!

Michael


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